Fischsterben in Aquarium: zwölf Menschen verletzt
Straubing.Bei einem mysteriösen Fischsterben in den Aquarien einer Zoohandlung wurden am Freitag zwölf Menschen verletzt.
Am Freitag gegen 16.45 Uhr führte eine Verkäuferin eines Zoogeschäftes im Osten der Stadt Straubing mit einem Kunden in einem Nebenraum ein
Verkaufsgespräch. Der Kunde ließ sich über Gartenteichfische aufklären.
Dabei stellte die Angestellte fest, dass in den insgesamt sieben miteinander verbundenen Aquarien, mehrere tote Fische auf der Wasseroberfläche schwammen. Außerdem
zeigte das trübe Wasser eine leichte Schaumbildung.
Bei den Aquarien handelte es sich um sechs Becken a 300 Liter und um ein Becken mit 500 Liter Wasser mit rund 1.000 Teichfischen und -schnecken.
Durch die Belegschaft wurden sofort die überlebenden Fische in ein anderes Becken umgesetzt. Bei diesen Arbeiten erlitten insgesamt zehn Angestellte leichte Verletzungen.
Sie klagten über Juckreiz, leichten Atembeschwerden und Hautrötung. Die Beschwerden nahmen im Laufe der Zeit stärker zu.
Daraufhin wurden sofort Polizei , FFW und BRK verständigt. Auch zwei der eintreffenden Polizeibeamten klagten über leichte Atembeschwerden, obwohl sie keinen Kontakt mit dem Wasser hatten.
Das Geschäft wurde sofort evakuiert und geschlossen. Eine direkt neben dem Geschäft verlaufene Straße wurde kurzzeitig für den Fußgängerverkehr gesperrt.
Die Feuerwehr konnte weder in der Luft noch im Wasser gefährliche Substanzen oder Rückstände feststellen. Eine Untersuchung des Wassers auf bestimmte
Stoffe, wie Chlor oder Schwefel, verlief negativ. Eine weitere Untersuchung des Wassers auf andere Schadstoffe kann nur durch ein Fachlabor durchgeführt werden.
Nach der Erstversorgung der Opfer am Tatort wurden alle Verletzten in die Krankenhäuser Straubing und Bogen eingeliefert, wo vier Personen zur Beobachtung
stationär verbleiben mußten. Die zwei Polizeibeamten konnten nach der ambulanten Versorgung das Krankenhaus ebenfalls verlassen. Weitere Personen, insbesondere Kunden oder
Anwohner, wurden nicht verletzt.
Bis jetzt konnte die Ursache für das Fischsterben und für die Erkrankung der zwölf Personen noch nicht ermittelt werden. Auch die Blutuntersuchungen in den beiden Krankenhäusern brachten keine Anhaltspunkte für die plötzlichen Beschwerden.
Die weitere Sachbearbeitung hat die Kripo Straubing übernommen. Es wurden umfangreiche Wasser- und Fischproben sichergestellt. Mit einem Ergebnis
ist erst in einigen Tagen zu rechnen.
08.04.06
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