Amberg/Schwandorf. Der leichte Rückgang polizeilich erfasster Straftaten im
Vergleich zum Vorjahr sowie die höchste Aufklärungsquote seit 1998 und eine
Abnahme bei der Straßenkriminalität um über 8 Prozent sind drei positive
Entwicklungen, die sich aus der neuesten Polizeikriminalstatistik für das
vergangene Jahr 2005 ablesen lassen, wie Polizeidirektor Michael Liegl bei
der Vorstellung der Kriminalstatistik herausstellte.
Liegl sieht in den
genannten Tendenzen eine erfreuliche Entwicklung, dennoch werde die
Polizeidirektion Amberg angesichts der gestiegenen Zahlen im
Rauschgiftbereich - diese sind um über 19 Prozent angestiegen - die Bemühungen
um eine effektive Kriminalitätsbekämpfung und -Vorbeugung weiterhin
verstärken.
2005 ist im Schutzbereich der PD Amberg die Gesamtzahl der polizeilich
erfassten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf 13.310
zurückgegangen. Parallel dazu konnte die Aufklärungsquote weiter erhöht
werden und ist mit 68,7 Prozent, die höchste Aufklärungsquote seit 1998, wie Liegl
ausführte. Gleichzeitig führte dies zu einem Rückgang der Zahl der
erfassten Tatverdächtigen. Zu den 13.310 Straftaten wurden 6.677
Tatverdächtige ermittelt. Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen mit
deutscher Staatsbürgerschaft betrug 2005 5.729, während die nichtdeutschen
Tatverdächtigen von 1.073 auf 948 zurückgingen. Dies ist ein Ausländeranteil
von 14,2 Prozent. Mit einer Häufigkeitszahl von 44 im Hinblick auf die Straftaten
je 1.000 Einwohner im Schutzbereich liegt die PD Amberg deutlich unter dem
Bayernweiten Wert von 55 und dem Wert im Polizeipräsidium
Niederbayern/Oberpfalz von 46. Im Vergleich mit den anderen Direktionen im
Präsidiumsbereich liegt die Häufigkeitszahl der PD Amberg im Mittelfeld. So
betrug die Häufigkeitszahl in Regensburg ebenso 44, in Straubing 46, in
Landshut 45 und in Weiden 38.
Straßenkriminalität zurückgegangen
Seit jeher ein besonderer polizeilicher Bekämpfungsschwerpunkt ist die
Straßenkriminalität. Sie sank 2005 um 8,4 Prozent. Damit ist der starke Anstieg im
Jahr 2004 wieder ausgeglichen. Die Zahl ging von 2.704 auf 2.477 zurück.
Dies führte auch zu einem geringeren Anteil an der Gesamtkriminalität von
18,6 Prozent. Es macht den öffentlichen Verkehrsraum noch ein gutes Stück
sicherer, wie PD Michael Liegl bemerkte.
Beim Fahrraddiebstahl gingen die Fallzahlen von 408 auf 346 zurück. Auch bei
den Sachbeschädigungen auf Straßen und Wegen konnte ein geringer Rückgang
von 409 auf 404 und an Kfz. von 672 auf 645, festgestellt werden. Hier darf
darauf verwiesen werden, dass in der vergangenen Zeit von den Beamten der
Inspektionen Amberg und Burglengenfeld einige Erfolge bei der Aufklärung
von Serien mit Graffitischmierereien erzielt worden sind.
Auch die Diebstähle aus Kfz weisen einen deutlichen Rückgang auf. Sie fielen
von 544 auf 398 Fälle zurück.
Wachsende Gewaltbereitschaft
Eine besorgniserregende Tendenz weist die Entwicklung bei der Deliktsgruppe
der Gewaltkriminalität auf. Hier ist durchaus eine wachsende
Gewaltbereitschaft erkennbar. Der Anstieg von 351 auf 385 Fälle im
vergangenen Jahr ist deshalb in erster Linie auch auf einen Zuwachs der
gefährlichen und schweren Körperverletzungen zurückzuführen. Diese beiden
Deliktsarten machen alleine 313 Straftaten aus. Dies zeichnete sich nun nach
einem erheblichen Rückgang im Jahre 2003 ab.
Die Zahl der Vergewaltigungen reduzierte sich zum wiederholten Male seit
2003 und beträgt 19 Fälle. Dabei ging die Aufklärungsquote um fast 7 Prozent
zurück und liegt nun bei 78,9 Prozent.
Die Fallzahlen bei den Tötungsdelikten sind angestiegen. 2005 wurden in der
polizeilichen Kriminalstatistik 11 Tötungsdelikte erfasst. Tatsächlich
ermittelten die Kriminalbeamten in vier Fällen wegen Mordes und in neun
Fällen wegen Totschlags. Die Differenz erklärt sich durch die
Erfassungsmodalitäten der Statistik. Die Polizei belegt ihre Fallzahlen nach
einer Auslaufstatistik, d.h. die statistische Erfassung erfolgt nach
Abschluss des polizeilichen Ermittlungsvorgangs und nicht nach der Tatzeit.
Bei den Raubdelikten gingen die Straftaten von 47 auf 42 zurück. Die
Aufklärungsquote stieg dabei von 51,1 auf 71,4, also um 20,3 Prozent, an.
Diebstahlskriminalität
Die Diebstahlskriminalität, die ja bekanntlich immer schon einen großen
Anteil an der Gesamtkriminalität ausmacht, ist im vergangenen Jahr erstmals
mit 29,7 Prozent unter die 30 Prozent Marke gesunken. Insgesamt wurden 3.947 Delikte
registriert. Dies sind knapp 10 Prozent weniger als im vergangenen Jahr 2004. Die
Aufklärungsquote in diesem Bereich sank um 2,4 Prozent auf 39,4 Prozent ab.
Erfreulich zeigte sich wiederum die Entwicklung bei den Einbrüchen in
Wohnungen. Diese sind erneut wieder rückläufig und dies seit 2003. Hier ist
somit der niedrigste Stand seit 2002 erreicht. Begleitend hierzu ist die
Aufklärungsquote von 33 auf 38,5 Prozent angestiegen.
Viel mehr Rauschgiftdelikte
Einen durchaus spürbaren Anstieg gab es bei Rauschgiftdelikten. Diese
stiegen im vergangenen Jahr um über 19 Prozent auf 1.274 Straftaten an. Diese
hohen Fallzahlen sind wiederum zu einem großen Anteil auf die Höhe der
Aktivität der Polizei auf dem Sektor der Kontrolltätigkeit zu sehen und
dient im Wesentlichen zur Aufhellung des kriminellen Dunkelfeldes.
Weniger Jugendkriminalität
Bei der Gruppe der Heranwachsenden wurden 2005 686 Tatverdächtige
registriert. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Abnahme um 122 Personen.
Bei den Jugendlichen hat sich die Entwicklung ähnlich dargestellt. Hier ist
bei den ermittelten Tatverdächtigen ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen.
Die Tatverdächtigenzahlen gingen von 674 auf 658 zurück. Relevant war hier
der Rückgang bei den Sachbeschädigungen um 12 auf 105, sowie bei der
Gewaltkriminalität von 89 auf 50 tatverdächtige Jugendliche.
Bei der Gruppe der Kinder wurden 2005 insgesamt 259 Kinder, 67 weniger als
im Vorjahr, als Tatverdächtige registriert. Hier ist die Entwicklung vor
allem auf die Abnahme bei den Ladendiebstählen zurückzuführen. Hier nahmen
die ermittelten Tatverdächtigen um 35 auf 95 ab.
Stadt Amberg
Die Zahl der in der Stadt Amberg registrierten Straftaten ist im vergangenen
Jahr ebenfalls leicht auf 3972 zurückgegangen. Die Aufklärungsquote ist mit
70,8 Prozent der höchste Stand seit 2001. Die Häufigkeitszahl, die die
Kriminalitätsbelastung je 1000 Einwohner misst , ist von 90 auf 89
abgesunken.
Landkreis Amberg-Sulzbach
Entgegen der Bayernweiten Entwicklung stiegen die Fallzahlen im Landkreis
Amberg - Sulzbach um 3,4 Prozent auf 3599 im Jahr 2005 an. Die Aufklärung betrug
67,5 Prozent und liegt leicht über dem Bayernweiten Durchschnitt. Die
Häufigkeitszahl beträgt 32 und ist gleich geblieben.
Landkreis Schwandorf
Die Straftaten gingen im Großlandkreis Schwandorf um 2,4 Prozent auf 5921 zurück.
Das Aufklärungsergebnis stieg auf 68,5 Prozent an. Das hatte zur Folge das die
Häufigkeitsziffer um 2 Punkte auf 40 abgesunken ist.
16.03.06
Regenstauf. Bereits am 9. und am 12.März wurden in Regenstauf ein Bikinioberteil und
ein BH von einem Wäscheträger auf einer Terrasse entwendet. Am Mittwoch
schlug der Täter erneut zu, rechnete jedoch nicht mit dem detektivischen
Einfallsreichtum seines Opfers.
Nach den ersten Diebstählen hat sich die
Bestohlene entschlossen, ihre Wäschestücke mittels Videokamera zu
überwachen, um so den Dieb dingfest zu machen.
Die Überwachungsmaßnahme war
am Mittwoch von Erfolgt gekrönt. Die Geschädigte meldete sich anschließend
mit dem Filmmaterial und der Anschrift des Täters, die sie ebenfalls
ermittelt hat, bei der Polizei.
16.03.06
Amberg. In Amberg rastete ein Freier völlig aus, als eine Prostituierte die von ihm gewünschten Sexualpraktiken ablehnte.
Der etwa 20jähriger bislang unbekannter Mann ließ sich am
Mittwoch in den frühen Morgenstunden,gegen 4 Uhr, zu einer Prostituierten
an der sogenannten "Rotlichtmeile" an der Sulzbacher Straße bringen. Dort
nahm der Unbekannte Kontakt mit einer Gunstgewerblerin auf.
Bei der
Absprache der zu erbringenden Leistungen gab die Prostituierte dem Gast
deutlich zu erkennen, dass dies bei ihr nicht zu haben war. Das ließ den
unbekannten Freier total ausrasten. Er lärmte und randalierte in dem Haus
herum.
Durch den Radau wurde auch der Hausbesitzer unsanft aus seinem Schlaf
geweckt. Er verwies den renitenten Mann aus dem Hause. Das hatte zur Folge,
dass er ihn beleidigte und bedrohte.
Kurz bevor die Polizei dort
eingetroffen war, hatte der Täter das Weite gesucht. Es lag nur eine vage
Beschreibung von ihm vor. Eine Fahndung musste erfolglos eingestellt werden.
Die Ermittlungen der Beamten dauern noch an. Möglicherweise kann über Zeugen
der Täter ermittelt werden.
15.03.06
Regensburg. Zwei bisher unbekannte Täter bedrohten ein Rentnerehepaar in Neutraubling mit Messern und forderten Geld. Sie flüchteten schließlich ohne Beute.
Am Samstag gegen 18 Uhr wurde in 79jähriger gehbehinderter Mann aus Neutraubling auf dem Nachhauseweg vor seinem Wohnanwesen von zwei unbekannten Männern angesprochen. Nachdem er die ihm angebotene Hilfe der Männer abgelehnt und sich in seine Wohnung begeben hatte, waren ihm die beiden offenbar gefolgt.
Sie läuteten an der Wohnungstür und betraten diese nach Öffnen durch die 77jährige Ehefrau unter dem Vorwand, im Auftrag einer Teppichfirma Teppiche in der Wohnung verlegen zu wollen. In der Wohnung durchsuchten sie zunächst Schubläden. Als die Männer hier nicht fündig wurden, hielt einer der Täter der Frau ein Messer (Art Stilett) an den Hals und forderte: „Wo ist das Geld“. Der zweite Täter hielt ebenfalls ein Messer in der Hand. Als die Geschädigte zu schreien anfing, flüchteten die Täter ohne Tatbeute aus der Wohnung.
Beschreibung der Täter:
Erster Täter (hielt der Geschädigten das Messer an den Hals):
Etwa. 185 Zentimeter, etwa 20 Jahre, kräftige Statur, trug glänzenden hellen Anorak, weiße Turnschuhe, dunkelblaue Baseballkappe mit weißem Tier (Vogel?).
Mittäter:
Etwa 170 Zentimetr groß, etwa 20 Jahre, schlanke Statur, trug blaue Jeanshose und blaue Jeansjacke, weiße Turnschuhe
Vor der Wohnung dürften noch zwei weitere Personen gewartet haben, mit denen die Täter in Kontakt traten. Eine Beschreibung konnte nicht abgegeben werden.
Hinweise nehmen die Regensburger Kriminalpolizei, Telefon 0941/506-2681, oder jede andere Polizeidientstelle entgegen.
13.03.06
NEUMARKT.
Eine 40jährige Frau aus Regensburg ist das erste Drogenopfer des Jahres 2006 im Bereich
der Polizeidirektion Regensburg, der die Stadt und den Landkreis Regensburg und dieLandkreise
Cham und Neumarkt umfaßt.
Die Arbeiterin wurde bereits im Februar vom Hauseigentümer tot in ihrer
Wohnung im Regensburger Stadtsüden aufgefunden. Bei ihr fanden sich
Drogenutensilien und Betäubungsmittelreste. In Anbetracht der
Auffindesituation dürfte die Frau bereits längere Zeit tot in der Wohnung
gelegen haben.
Sie war als langjährige Konsumentin harter Drogen bekannt.
Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden haben sich nicht ergeben. Das chemisch-toxikologische Gutachten steht noch aus. Alle bisher gewonnenen Erkenntnisse
sprechen aber dafür, dass die Frau an den Folgen ihres Drogenmissbrauchs
verstarb.
13.03.06
Mengkofen-Ottending. Ein 17jähriger Feuerwehrmann hat am Samstag eue Scheune in Brand gesetzt.
Am Samstag kurz vor 15 Uhr ging bei der Polizei in Dingolfing der Notruf einer Frau aus Ottending ein, die mitteilte, daß in ihrer Nachbarschaft eine landwirtschaftliche Scheune in Flammen steht.
Beim Eintreffen der alarmierten Feuerwehren kurze Zeit später am Brandort war die Scheune bereits fast vollständig abgebrannt und konnte nicht mehr gerettet werden.
Bei den Ermittlungen am Brandort fiel schnell der Verdacht auf einen 17jährigen Burschen aus der Nachbarschaft, der ebenfalls Feuerwehrmann ist. Obwohl er die Tat leugnete, wurde er vorläufig festgenommen und zu weiteren Vernehmungen zur Polizei Dingolfing verbracht. Dort gestand er dann einem Beamten der Kripo Landshut ein, dass er das in der Scheune befindlichen Stroh in Brand gesetzt hat!
Das Tatmotiv dürfte nach vorläufigen Erkenntnissen der Kripo bei psychischen Problemen des jungen Mannes liegen.
Der entstandene Schaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf rund 70.000 Euro.
Glücklicherweise wurde weder durch den Brand noch bei den Rettungsarbeiten jemand verletzt.
11.03.06